Zuschauerraum: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Seite wurde neu angelegt: „{{WP | Artikel = Zuschauerraum | Abruf = 22. Oktober 2026 | Änderungen = Der Text wurde gekürzt und umformuliert. }} Ein '''Zuschauerraum''' oder ''Zuschauerbereich'' ist ein meist geschlossener Raum, der Zuschauern oder Zuhörern im '''Auditorium''' Platz zum Sitzen und/oder Stehen bietet, um sich etwas anzusehen (beispielsweise in einem Opernhaus, Theater, Kino oder einem Stadion). Dabei kann es sich jedoch auch um offene Räume hande…“
 
 
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== Funktion ==
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Wichtig ist die räumliche Trennung des Publikums von den Akteuren auf der Bühne oder in der Arena. Zuschauerräume sollten so angelegt sein, dass von allen Plätzen das Geschehen akustisch und optisch gut verfolgt werden kann. Oftmals ist der Zutritt zu diesem Bereich nur mit einer Berechtigung, einer sogenannten Eintrittskarte, möglich. Dabei kann die Karte sowohl als Nachweis dienen, dass der Eintrittspreis bezahlt wurde, als auch dazu, dass nicht mehr Zuschauer eingelassen werden, als Plätze vorhanden sind. Daher ist sie aus sicherheitstechnischen Gründen auch bei Gratisveranstaltungen häufig erforderlich. Bei Wettkämpfen dient der separate Zuschauerraum zudem dazu, dass das Publikum geschützt untergebracht wird, um Verletzungen durch Gegenstände zu verhindern. Dazu kann es erforderlich sein, diesen Raum mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen zu versehen, wie es beim Eishockey,<ref>{{Internetquelle |url=https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-regensburg-3-o-1702-10-haftung-puck-zuschauer-eishockey/ |titel=Eishockey-Zuschauer müssen vor Puck geschützt werden |werk=Legal Tribune Online |abruf=2020-05-19}}</ref> Hammer- oder Diskuswurf der Fall ist. Es gibt auch Räumlichkeiten, die nur zeitweise als Zuschauerraum dienen, wie beispielsweise die [[Aula]] einer Schule. Die Anforderungen, die an solche Zuschauerbereiche gestellt werden, sind in Verordnungen festgelegt.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.arbeitsschutz-schulen-nds.de/uebergreifende-themen/aulen-buehnen-schulveranstaltungen/massnahmen/zuschauerbereich/ |titel=Niedersächsischen Versammlungsstättenverordnung – Zuschauerbereich |abruf=2020-05-19}}</ref> In vielen Bereichen müssen die Normen für die Einhaltung der Sicherheit von Zuschauern beachtet werden.<ref>[https://www.din-mitteilungen.de/de/normung-steht-fuer-mehr-sicherheit-in-und-um-zuschaueranlagen-317514 ''Normung steht für mehr Sicherheit in und um Zuschaueranlagen''] din-mitteilungen.de.</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://webstore.ansi.org/standards/din/dinen132002012de |titel=DIN EN 13200-1:2012 DE – Zuschaueranlagen – Teil 1: Allgemeine Merkmale für Zuschauerplätze |hrsg=webstore.ansi.org |abruf=2020-05-19}}</ref>
Wichtig ist die räumliche Trennung des Publikums von den Akteuren auf der Bühne oder in der Arena. Zuschauerräume sollten so angelegt sein, dass von allen Plätzen das Geschehen akustisch und optisch gut verfolgt werden kann. Oftmals ist der Zutritt zu diesem Bereich nur mit einer Berechtigung, einer sogenannten Eintrittskarte, möglich. Dabei kann die Karte sowohl als Nachweis dienen, dass der Eintrittspreis bezahlt wurde, als auch dazu, dass nicht mehr Zuschauer eingelassen werden, als Plätze vorhanden sind. Daher ist sie aus sicherheitstechnischen Gründen auch bei Gratisveranstaltungen häufig erforderlich. Bei Wettkämpfen dient der separate Zuschauerraum zudem dazu, dass das Publikum geschützt untergebracht wird, um Verletzungen durch Gegenstände zu verhindern. Dazu kann es erforderlich sein, diesen Raum mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen zu versehen, wie es beim Eishockey,<ref>Internetquelle: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-regensburg-3-o-1702-10-haftung-puck-zuschauer-eishockey/ Eishockey-Zuschauer müssen vor Puck geschützt werden</ref> Hammer- oder Diskuswurf der Fall ist. Es gibt auch Räumlichkeiten, die nur zeitweise als Zuschauerraum dienen, wie beispielsweise die [[Aula]] einer Schule. Die Anforderungen, die an solche Zuschauerbereiche gestellt werden, sind in Verordnungen festgelegt.<ref>Internetquelle: https://www.arbeitsschutz-schulen-nds.de/uebergreifende-themen/aulen-buehnen-schulveranstaltungen/massnahmen/zuschauerbereich/ Niedersächsischen Versammlungsstättenverordnung – Zuschauerbereich</ref> In vielen Bereichen müssen die Normen für die Einhaltung der Sicherheit von Zuschauern beachtet werden.<ref>[https://www.din-mitteilungen.de/de/normung-steht-fuer-mehr-sicherheit-in-und-um-zuschaueranlagen-317514 ''Normung steht für mehr Sicherheit in und um Zuschaueranlagen''] din-mitteilungen.de.</ref><ref>Internetquelle https://webstore.ansi.org/standards/din/dinen132002012de DIN EN 13200-1:2012 DE – Zuschaueranlagen – Teil 1: Allgemeine Merkmale für Zuschauerplätze</ref>
 
{{Siehe auch|Sitzplatz#Normen (Beispiele)}}


== Sicherheitstechnik ==
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Je nach Größe besitzt ein ortsfester Zuschauerraum innerhalb eines Gebäudes einen oder mehrere Ein- und Ausgänge. Er ist in den meisten Fällen deutlich von einer [[Bühne (Theater)|Bühne]], einer [[Manege (Zirkus)|Manege]] oder einem Rednerpodium getrennt, sei es nun durch eine [[Rampe (ortsfester Zugang)|Rampe]] oder eine Absperrung. Während Bühne und dergleichen über verschiedenartige, auch farbige [[Rampenlicht|Lichtquellen]] verfügen, besitzt der Zuschauerraum oft eine leicht zu dimmende Beleuchtung (Theater, Kino).
Je nach Größe besitzt ein ortsfester Zuschauerraum innerhalb eines Gebäudes einen oder mehrere Ein- und Ausgänge. Er ist in den meisten Fällen deutlich von einer [[Bühne (Theater)|Bühne]], einer [[Manege (Zirkus)|Manege]] oder einem Rednerpodium getrennt, sei es nun durch eine [[Rampe (ortsfester Zugang)|Rampe]] oder eine Absperrung. Während Bühne und dergleichen über verschiedenartige, auch farbige [[Rampenlicht|Lichtquellen]] verfügen, besitzt der Zuschauerraum oft eine leicht zu dimmende Beleuchtung (Theater, Kino).


[[Datei:Zuschauerraum, Burgtheater 1.jpg|mini|Blick von dem [[Galerie (Theater)|Galerie]] oder „Olymp“ genannten höchsten Rang in den Zuschauerraum des [[Burgtheater]]s in [[Wien]].]]
Der Zuschauerraum eines Theaters besteht, je nach Größe, aus einem Parkett und einem oder mehreren Rängen. Vor allem die im 19. Jahrhundert erbauten Theater sind zumeist in italienischer Manier gestaltet, d.&nbsp;h. mit einem hufeisenförmigen Auditorium, in dem sich die Ränge oberhalb des Parketts zumeist ein- oder zweireihig an der gebogenen Wand befinden. Je nach der jeweiligen Lokalität sind die Ränge einfach durchnummeriert oder werden als Balkon (v.&nbsp;a. der erste Rang) oder Galerie (v.&nbsp;a. der oberste Rang) bezeichnet. Kleinere Stadttheater besitzen oft nur einen Rang, größere Opernhäuser aber bis zu fünf (z.&nbsp;B. das Nationaltheater München).
Der Zuschauerraum eines Theaters besteht, je nach Größe, aus einem Parkett und einem oder mehreren Rängen. Vor allem die im 19. Jahrhundert erbauten Theater sind zumeist in italienischer Manier gestaltet, d.&nbsp;h. mit einem hufeisenförmigen Auditorium, in dem sich die Ränge oberhalb des Parketts zumeist ein- oder zweireihig an der gebogenen Wand befinden. Je nach der jeweiligen Lokalität sind die Ränge einfach durchnummeriert oder werden als Balkon (v.&nbsp;a. der erste Rang) oder Galerie (v.&nbsp;a. der oberste Rang) bezeichnet. Kleinere Stadttheater besitzen oft nur einen Rang, größere Opernhäuser aber bis zu fünf (z.&nbsp;B. das Nationaltheater München).


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Eine [[Loge (Zuschauerraum)|Zuschauerloge]] ist ein abgegrenzter Bereich mit einer bestimmten Anzahl von Sitzplätzen, der früher nur als Ganzes gebucht werden konnte. Vielfach hat jede Loge eine eigene Eingangstür, so dass sie vom [[Foyer]] aus direkt betreten werden kann. Solche Logen waren früher einflussreichen Persönlichkeiten vorbehalten. Heute kann man in den meisten Veranstaltungsstätten Logenplätze auch einzeln im normalen Kartenverkauf erstehen.
Eine [[Loge (Zuschauerraum)|Zuschauerloge]] ist ein abgegrenzter Bereich mit einer bestimmten Anzahl von Sitzplätzen, der früher nur als Ganzes gebucht werden konnte. Vielfach hat jede Loge eine eigene Eingangstür, so dass sie vom [[Foyer]] aus direkt betreten werden kann. Solche Logen waren früher einflussreichen Persönlichkeiten vorbehalten. Heute kann man in den meisten Veranstaltungsstätten Logenplätze auch einzeln im normalen Kartenverkauf erstehen.


In manchen Fällen ist der Zuschauerraum in Form einer [[Arena]] gestaltet ([[Fußballstadion]], [[Zirkuszelt]], [[Verona|Arena di Verona]], [[Kolosseum]]). In diesem Fall umschließt der Zuschauerbereich den Schauplatz des Geschehens in runder oder ovaler Form zur Hälfte oder auch zur Gänze. Die Sitzreihen sind dabei auf einem Gerüst oder einem natürlichen Kessel sehr steil hintereinander angeordnet.
In manchen Fällen ist der Zuschauerraum in Form einer [[Arena]] gestaltet ([[Fußballstadion]], [[Zirkuszelt]], Arena di Verona, [[Kolosseum]]). In diesem Fall umschließt der Zuschauerbereich den Schauplatz des Geschehens in runder oder ovaler Form zur Hälfte oder auch zur Gänze. Die Sitzreihen sind dabei auf einem Gerüst oder einem natürlichen Kessel sehr steil hintereinander angeordnet.
<gallery class="center" widths="180" heights="150" perrow="6" caption="Beispiele für Zuschauerräume">
 
Interior of Teatro Olimpico (Vicenza) - Gradinata2.jpg|Halboval mit stufenförmig aufsteigenden Sitzreihen, Teatro Olimpico (1580, [[Andrea Palladio|Palladio]])
Hodge's conjectural Globe reconstruction.jpg|Stehplätze im Innenhof und bedeckte Zuschauerränge der [[Shakespearebühne]] „[[Globe Theatre]]“ (1599)
Globe Theatre Innenraum.jpg|Shakespeare’s Globe (1997). Rekonstruktion des ursprünglichen Globe Theatre
Corral de las Comedias, Almagro (512696273).jpg|Bestuhlter Hof mit [[Textiles Sonnensegel|Sonnenschutzsegeln]], überdachte Zuschauerränge im [[Liste von Corrales de comedias in Spanien|Corral de comedias]] (Anfang 17.&nbsp;Jh.)
Arolsen Klebeband 15 059.jpg|Zweirangiger Zuschauerraum mit Prosceniumlogen im [[Opernhaus am Taschenberg]], [[Dresden]]
Théâtre de la Reine - salle.jpg|Zuschauerraum und Bühne im [[Théâtre de la Reine]]
Königliches Opernhaus in Berlin, Bestuhlung, 1912 (1).jpg|Vierrangiger Zuschauerraum mit Mittel- und Proszeniumlogen, [[Staatsoper Unter den Linden|Königliches Opernhaus Berlin nach dem Wiederaufbau]]
Divadlo Antonína Dvořáka.jpg|[[Neobarock]]er Zuschauerraum im [[Antonín-Dvořák-Theater]] in [[Ostrava]]
El Ateneo Bookstore.jpg|Dreirangiges ehemaliges Theater- und Konzerthaus [[El Ateneo Grand Splendid|Grand Splendid]], [[Buenos Aires]]
RAH Grand Opening by Queen Victoria 29 March 1871 The Graphic.jpg|Drei amphitheatralisch zurückversetzte, aufsteigende Ränge mit einem Logenrang der [[Royal Albert Hall]], [[London]]
KRIST & MÜNCH leer.jpg|Amphitheatralisch gestalteter Saal der Kleinkunstbühne [[Krist & Münch]] – Table Magic Theater, München
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Zunehmend als exklusiv angesehen wird die in Bühnennähe gelegene [[Front of Stage]].
Zunehmend als exklusiv angesehen wird die in Bühnennähe gelegene [[Front of Stage]].


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* [[Kino]]: Stuhlreihen, keine Stehplätze, „Logen“ sind oft normale Stuhlreihen, bei denen jeweils zwei Sitzplätze mit kleinen Trennwänden abgeteilt sind.
* [[Kino]]: Stuhlreihen, keine Stehplätze, „Logen“ sind oft normale Stuhlreihen, bei denen jeweils zwei Sitzplätze mit kleinen Trennwänden abgeteilt sind.
* [[Kabarett]], [[Kleinkunst]], Lesungen: Tische mit Sesseln oder Stuhlreihen, meist keine Stehplätze
* [[Kabarett]], [[Kleinkunst]], Lesungen: Tische mit Sesseln oder Stuhlreihen, meist keine Stehplätze
* [[Popmusik|Pop]]-, [[Rock (Musik)|Rockkonzerte]]: nur Stehplätze, seltener Sitzplätze (meistens dann in Hallen oder Arenen)
* Pop-, Rockkonzerte: nur Stehplätze, seltener Sitzplätze (meistens dann in Hallen oder Arenen)


== Literatur ==
== Literatur ==
* {{Literatur
* Literatur: Heinz Kindermann Bühne und Zuschauerraum: ihre Zueinanderordnung seit der griechischen Antike Österreichische Akademie der Wissenschaften
  |Autor=Heinz Kindermann
* Literatur Werner Gäbler Der Zuschauerraum des Theaters Theatergeschichtliche Forschungen 44 Kraus Reprint
  |Titel=Bühne und Zuschauerraum: ihre Zueinanderordnung seit der griechischen Antike
  |Verlag=Österreichische Akademie der Wissenschaften
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  |Datum=1963}}
* {{Literatur
  |Autor=Werner Gäbler
  |Titel=Der Zuschauerraum des Theaters
  |Reihe=Theatergeschichtliche Forschungen
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  |Verlag=Kraus Reprint
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== Weblinks ==
== Weblinks ==
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* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=20000101 RIS – Veranstaltungsstätten-Verordnung] ris.bka.gv.at
* [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=20000101 RIS – Veranstaltungsstätten-Verordnung] ris.bka.gv.at
* [https://www.arbeitssicherheit.de/schriften/dokument/0%3A7072092%2C7.html ''DGUV Information 215-310: Abschnitt 3.1 Sicherheit bei Veranstaltungen und Produktionen Leitfaden für Theater, Film, Hörfunk, Fernsehen, Konzerte, Shows, Events, Messen und Ausstellungen.''] arbeitssicherheit.de
* [https://www.arbeitssicherheit.de/schriften/dokument/0%3A7072092%2C7.html ''DGUV Information 215-310: Abschnitt 3.1 Sicherheit bei Veranstaltungen und Produktionen Leitfaden für Theater, Film, Hörfunk, Fernsehen, Konzerte, Shows, Events, Messen und Ausstellungen.''] arbeitssicherheit.de

Aktuelle Version vom 22. Oktober 2026, 15:44 Uhr

Hinweis:
Dieser Text basiert auf dem Wikipedia-Artikel „Zuschauerraum“ (Autoren und Versionsgeschichte). Er steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0).
Abgerufen am 22. Oktober 2026.
Der Text wurde gekürzt und umformuliert.
Mehr dazu unter Lizenzen in Stagenine.

Ein Zuschauerraum oder Zuschauerbereich ist ein meist geschlossener Raum, der Zuschauern oder Zuhörern im Auditorium Platz zum Sitzen und/oder Stehen bietet, um sich etwas anzusehen (beispielsweise in einem Opernhaus, Theater, Kino oder einem Stadion). Dabei kann es sich jedoch auch um offene Räume handeln, wie es beispielsweise bei sportlichen Wettkämpfen oder Freilichtbühnen vorkommt.

Funktion

Wichtig ist die räumliche Trennung des Publikums von den Akteuren auf der Bühne oder in der Arena. Zuschauerräume sollten so angelegt sein, dass von allen Plätzen das Geschehen akustisch und optisch gut verfolgt werden kann. Oftmals ist der Zutritt zu diesem Bereich nur mit einer Berechtigung, einer sogenannten Eintrittskarte, möglich. Dabei kann die Karte sowohl als Nachweis dienen, dass der Eintrittspreis bezahlt wurde, als auch dazu, dass nicht mehr Zuschauer eingelassen werden, als Plätze vorhanden sind. Daher ist sie aus sicherheitstechnischen Gründen auch bei Gratisveranstaltungen häufig erforderlich. Bei Wettkämpfen dient der separate Zuschauerraum zudem dazu, dass das Publikum geschützt untergebracht wird, um Verletzungen durch Gegenstände zu verhindern. Dazu kann es erforderlich sein, diesen Raum mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen zu versehen, wie es beim Eishockey,[1] Hammer- oder Diskuswurf der Fall ist. Es gibt auch Räumlichkeiten, die nur zeitweise als Zuschauerraum dienen, wie beispielsweise die Aula einer Schule. Die Anforderungen, die an solche Zuschauerbereiche gestellt werden, sind in Verordnungen festgelegt.[2] In vielen Bereichen müssen die Normen für die Einhaltung der Sicherheit von Zuschauern beachtet werden.[3][4]

Sicherheitstechnik

Um einen Veranstaltungsort bzw. dessen Zuschauerraum nutzen zu können, ist eine bauaufsichtliche Genehmigung notwendig, die den besonderen Aspekten von Brandschutz und Sicherheit beim Aufenthalt einer Vielzahl von Menschen in einem Raum Rechnung trägt. Darin wird festgelegt, wie viele Zuschauer maximal eingelassen werden dürfen. Diese Zahl ist abhängig von der Größe des Raums und von der Art und Anzahl der Fluchtwege.

Im Zuschauerraum muss eine festgelegte Zahl von Sicherheitspersonal (Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienst, privater Wachdienst) anwesend sein. Die Fluchtwege müssen so gekennzeichnet sein, dass sie auch bei abgedunkeltem Zuschauerraum gefunden werden können.

Bauliche Gestaltung (Veranstaltungsräume)

Je nach Größe besitzt ein ortsfester Zuschauerraum innerhalb eines Gebäudes einen oder mehrere Ein- und Ausgänge. Er ist in den meisten Fällen deutlich von einer Bühne, einer Manege oder einem Rednerpodium getrennt, sei es nun durch eine Rampe oder eine Absperrung. Während Bühne und dergleichen über verschiedenartige, auch farbige Lichtquellen verfügen, besitzt der Zuschauerraum oft eine leicht zu dimmende Beleuchtung (Theater, Kino).

Der Zuschauerraum eines Theaters besteht, je nach Größe, aus einem Parkett und einem oder mehreren Rängen. Vor allem die im 19. Jahrhundert erbauten Theater sind zumeist in italienischer Manier gestaltet, d. h. mit einem hufeisenförmigen Auditorium, in dem sich die Ränge oberhalb des Parketts zumeist ein- oder zweireihig an der gebogenen Wand befinden. Je nach der jeweiligen Lokalität sind die Ränge einfach durchnummeriert oder werden als Balkon (v. a. der erste Rang) oder Galerie (v. a. der oberste Rang) bezeichnet. Kleinere Stadttheater besitzen oft nur einen Rang, größere Opernhäuser aber bis zu fünf (z. B. das Nationaltheater München).

Das Parkett hat in vielen Fällen einen rückwärtig ansteigenden Boden oder unterschiedliche Höhenniveaus, die durch kurze Treppen miteinander verbunden sind. Dadurch wird es den weiter hinten sitzenden oder stehenden Zuschauern ermöglicht, einen besseren Blick auf die Bühne zu erhalten.

Eine Zuschauerloge ist ein abgegrenzter Bereich mit einer bestimmten Anzahl von Sitzplätzen, der früher nur als Ganzes gebucht werden konnte. Vielfach hat jede Loge eine eigene Eingangstür, so dass sie vom Foyer aus direkt betreten werden kann. Solche Logen waren früher einflussreichen Persönlichkeiten vorbehalten. Heute kann man in den meisten Veranstaltungsstätten Logenplätze auch einzeln im normalen Kartenverkauf erstehen.

In manchen Fällen ist der Zuschauerraum in Form einer Arena gestaltet (Fußballstadion, Zirkuszelt, Arena di Verona, Kolosseum). In diesem Fall umschließt der Zuschauerbereich den Schauplatz des Geschehens in runder oder ovaler Form zur Hälfte oder auch zur Gänze. Die Sitzreihen sind dabei auf einem Gerüst oder einem natürlichen Kessel sehr steil hintereinander angeordnet.

Zunehmend als exklusiv angesehen wird die in Bühnennähe gelegene Front of Stage.

Ausstattung

In Veranstaltungsstätten, die für verschiedene Zwecke genutzt werden, ist die Ausstattung des Zuschauerraums variabel. Je nach Veranstaltung kann er als reiner Stehplatzbereich dienen, mit Stuhlreihen versehen werden (oft mit hochklappbaren Sitzflächen) oder mit Tischen und Sesseln ausgestattet sein.

Ausstattung für verschiedene Veranstaltungstypen:

  • Oper, Theater, klassische Konzerte: Stuhlreihen und im rückwärtigen Bereich einige Stehplätze.
  • Kino: Stuhlreihen, keine Stehplätze, „Logen“ sind oft normale Stuhlreihen, bei denen jeweils zwei Sitzplätze mit kleinen Trennwänden abgeteilt sind.
  • Kabarett, Kleinkunst, Lesungen: Tische mit Sesseln oder Stuhlreihen, meist keine Stehplätze
  • Pop-, Rockkonzerte: nur Stehplätze, seltener Sitzplätze (meistens dann in Hallen oder Arenen)

Literatur

  • Literatur: Heinz Kindermann Bühne und Zuschauerraum: ihre Zueinanderordnung seit der griechischen Antike Österreichische Akademie der Wissenschaften
  • Literatur Werner Gäbler Der Zuschauerraum des Theaters Theatergeschichtliche Forschungen 44 Kraus Reprint

Einzelnachweise

  1. ↑ Internetquelle: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-regensburg-3-o-1702-10-haftung-puck-zuschauer-eishockey/ Eishockey-Zuschauer müssen vor Puck geschützt werden
  2. ↑ Internetquelle: https://www.arbeitsschutz-schulen-nds.de/uebergreifende-themen/aulen-buehnen-schulveranstaltungen/massnahmen/zuschauerbereich/ Niedersächsischen Versammlungsstättenverordnung – Zuschauerbereich
  3. ↑ Normung steht für mehr Sicherheit in und um Zuschaueranlagen din-mitteilungen.de.
  4. ↑ Internetquelle https://webstore.ansi.org/standards/din/dinen132002012de DIN EN 13200-1:2012 DE – Zuschaueranlagen – Teil 1: Allgemeine Merkmale für Zuschauerplätze