IGVW (Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft)
Kurzdefinition: Die IGVW ist ein eingetragener Verein (e. V.) mit Sitz bei Hannover (Postfach in Langenhagen). Sie ist ein Zusammenschluss von Verbänden der Veranstaltungsbranche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihr Kernprodukt sind die Standards der Qualität (SQ), also Branchenstandards für Sicherheit und Qualität bei Veranstaltungen.
Geschichte
Die IGVW entstand 2006 aus der Zusammenarbeit von DTHG, EVVC, fwd: (ehemals FAMAB) und VPLT im Bereich Branchenstandards. 2018 wurde sie mit elf beteiligten Verbänden als Verein gegründet. Am 20.11.2025 beschloss die Mitgliederversammlung eine neue Struktur.
Aufgaben und Vereinszweck
Förderung von Qualität und Sicherheit in der Veranstaltungsbranche Vertretung der allgemeinen Interessen der Unternehmen und Berufsstände Erarbeitung und Festlegung von Sicherheits- und Qualitätsstandards für alle Sektoren Förderung der Aus- und Weiterbildung Gestaltung von Themen aus Arbeit und Soziales Vertretung fachlicher Interessen gegenüber Normungsinstitutionen, Gesetzgebung und Verwaltung
Fachlich arbeitet sie u. a. mit der DGUV (Sachgebiet Bühnen und Studios), dem Arbeitskreis der Sicherheitsingenieure von ARD und ZDF (AKSi) und der Sifa.VT-Initiative zusammen.
Mitglieder (23)
Ordentliche Mitglieder (14)
- APWPT – Association of Professional Wireless Production Technologies e. V.
- AUMA – Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e. V.
- BAVBT – Bundesarbeitgeberverband der Bühnen- und Tribünenbauer e. V.
- Bundesverband Veranstaltungssicherheit e. V. (BVVS)
- DTHG – Deutsche Theatertechnische Gesellschaft e. V.
- Deutscher Bühnenverein – Bundesverband der Theater und Orchester
- EVVC – Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e. V.
- IGPV – Interessengemeinschaft der Personaldienstleister der Veranstaltungswirtschaft e. V.
- ISDV – Interessengemeinschaft der selbständigen DienstleisterInnen in der Veranstaltungswirtschaft e. V.
- LiveMusikKommission e. V. (LiveKomm)
- SVTB – Schweizer Verband der technischen Bühnen- und Veranstaltungsbranche
- VLLV – Verband der Lichtdesigner und Licht- und Medienoperator in der Veranstaltungswirtschaft e. V.
- Verband Deutscher Tonmeister e. V. (VDT)
- VPLT – Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e. V.
Fördermitglieder Bildung (4)
- Akademie der Österreichischen Theatertechnischen Gesellschaft m.b.H.
- b-trend.academy gGmbH
- EurAka Baden-Baden gGmbH
- SAE Institute GmbH
Fördermitglieder (4)
Unterstützende Mitglieder (1)
Stand der Mitglieder: Oktober 2026
„Verordnungen und Vorschriften”: Standards der Qualität (SQ)
Die IGVW erlässt keine Verordnungen oder Vorschriften im rechtlichen Sinn. Das kann nur der Gesetz- oder Verordnungsgeber, etwa Bund, Länder oder Unfallversicherungsträger. Was die IGVW veröffentlicht, sind Standards der Qualität. Sie beschreiben Arbeitsverfahren und notwendige Kompetenzen und enthalten eine Übersicht der anzuwendenden Rechtsgrundlagen, Normen und Anforderungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.
SQO – Organisation/Dokumentation
SQP – Praxis/Arbeitsverfahren
- SQP1 Traversen
- SQP2 Elektrokettenzüge
- SQP4 Mobile elektrische Anlagen
- SQP5 Bühnen und Bühnenüberdachungen
- SQP7 Dekorationsbau
- SQP8 Brandschutz im Dekorationsbau
SQQ – Qualifikation
- SQQ1 Elektrofachkraft VT
- SQQ2 Rigging
- SQQ3 Stagehands (Sachkunde für sicheres Arbeiten in Veranstaltungs- und Produktionsstätten)
- SQQ7 Tonspezialist:in
- SQQ8 Sachkunde Brandschutz SQP8
- SQQ10 ICT
- SQQ11 Inspizient:in
- SQQ12.1 Lichtoperator
- SQQ12.2 Lichtsystemtechniker
Englische Fassungen: SQP1 Trusses, SQP2 Electric Chain Hoists, SQQ10 ICT.
In Erarbeitung: Auf der Website steht SQQ3 teils als Standard, teils als „Community Draft”, dort auch SQQ14. Außerdem gibt es Fachgruppen zu weiteren Themen wie SQO10 IT-Grundschutz, SQQ13 Frequenzmanagement, SQQ31 Bühnenarbeiten, SQQ32 Messemonteur:in, SQQ33 Eventstrukturen, SQO Drohnen, Anschlagmittel VT und Orchesterwart. Veröffentlichte Standards dazu habe ich nicht gefunden.
Entstehung: Fachgruppen aus anerkannten Expertinnen und Experten erarbeiten die Standards. Es folgen eine zweimonatige Kommentierung durch interessierte Kreise (Verbände, Unfallversicherer, ARGEBAU, staatlicher Arbeitsschutz u. a.) und die Empfehlung des Fachausschusses an den Vorstand. Jeder Standard wird alle drei Jahre überprüft.
Haben die Beschlüsse rechtlichen Charakter?
Nicht direkt. Die SQ sind keine Gesetze, Verordnungen oder Unfallverhütungsvorschriften. Die IGVW ist ein privatrechtlicher Verein ohne hoheitliche Befugnisse, ihre Standards sind Empfehlungen und Branchenregeln. Rechtlich relevant werden sie dennoch auf mehreren Wegen:
Sie gelten in der Praxis als Orientierung für den Stand der Technik bzw. die anerkannten Regeln der Technik. Bei Unfällen, Haftungs- oder Versicherungsfragen werden sie oft als Maßstab herangezogen. Sie werden verbindlich, wenn sie vertraglich vereinbart oder in Genehmigungen, Auflagen oder Ausschreibungen als einzuhaltend benannt werden. Die Mitwirkung von DGUV, Sifa.VT und AKSi gibt ihnen fachliches Gewicht, ersetzt aber keine Rechtsvorschrift.