Komparse
Dieser Artikel, beziehungsweise Teile davon, stammen aus Wikipedia und stehen unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0.
Komparsen wirken als Darsteller in Filmen und TV-Serien mit. Im Gegensatz zum Statisten hat ein Komparse eine geringfügig individuellere Rolle, gelegentlich etwas Text – in letzterem Fall bezeichnet man ihn jedoch eher als Kleindarsteller. Zudem existiert der Begriff Kleinstdarsteller.
Weder Komparsen bzw. Kleindarsteller noch Statisten tragen mit ihrer Rolle wesentlich zum Handlungsverlauf bei und sind vielmehr „lebende Requisiten“, welche die Hintergrundaktion einer Filmszene darstellen.
Unterschied Komparse und Statist
Der Unterschied zwischen Statisten und Komparsen liegt in der Interaktion mit der Handlung. Wenn sich beispielsweise ein Darsteller in einem Café in dem Moment hinsetzen soll, wenn ein Schauspieler zur Tür hereinkommt, spricht man von einem Komparsen. Die anderen Gäste des Cafés, die ohne Beachtung der Haupthandlung agieren, also nur sitzen, sich (stumm) unterhalten oder trinken, bezeichnet man hingegen als Statisten. In Österreich existiert noch der sogenannte Edelkomparse, er hat eine minimale Funktion, hält etwa eine Türe auf und reagiert auf ein Danke oder ähnlich. Das wirkt sich auch in der Bezahlung aus.
Heute wird meist nicht zwischen Statisten und Komparsen unterschieden: Im Film und in der Werbung wird überwiegend der Begriff Komparse verwendet. Durch flachere Hierarchien und mehr Improvisation im Rahmen der Dreharbeiten ergeben sich häufiger Änderungen der Rollen, wodurch Statisten kurzfristig als Komparsen oder Kleindarsteller eingesetzt werden. Früher wurden Darsteller verbindlich als Statisten, Komparsen oder Kleindarsteller gebucht und exakt in dieser Funktion eingesetzt. Heute werden fast alle Darsteller als Komparsen gebucht, und am Set entscheidet sich oft spontan, wer welche Aufgabe einnimmt.
Komparsen werden auch als Jubelpublikum oder als Fotografen am Roten Teppich gebucht, dort stehen Filmaufnahmen nicht im Mittelpunkt.
In dem von den Tarifparteien Ver.di und der Allianz Deutscher Produzenten – Film und Fernsehen e. V., (Berlin) am 29. Mai 2018 unterzeichneten Tarifvertrag (TV FSS 2018Referenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag. Wird im Film eine historische Epoche dargestellt, ist es notwendig, dass auch die Frisuren der Komparsen entsprechend anzupassen sind. Je nach Grad der Veränderung erhalten Männer zwischen 15 und 30 Euro, Frauen zwischen 15 und 50 Euro.
Die Auszahlung der Gagen und der individuellen Steuer- und Abgabenabrechnung erfolgt inzwischen zumeist durch Gagen-Abrechnungsunternehmen wie adag,[1] Teamwork, Pauls Büro[2] etc. Bevor es diese gab, wurden die Gagen nach Drehschluss noch bar am Set ausgezahlt. Komparsen und Statisten werden aus abrechnungstechnischen Gründen immer nur tageweise gebucht und auch abgerechnet, selbst bei Einsätzen an direkt aufeinanderfolgenden Tagen, für dieselbe Produktion und in derselben Rolle.
Früher durften Komparsen und Statisten die Verpflegung (Catering) am Set nutzen. Heute müssen sie teils ihre Verpflegung selbst mitbringen oder es wird eine separate und einfachere Komparsen-Verpflegung angeboten. Für die Komparsen-Agenturen ist neben der Gagenhöhe auch das Aushandeln über Verpflegung mit den Produktionen wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Sollten nur wenige Komparsen anwesend sein, dann dürfen sie oft auch das Catering der Crew nutzen – aber erst nach den Schauspielern und dem Team.
Fahrtkosten und sonstige Auslagen werden bei Komparsen und Statisten nur in Einzelfällen erstattet.
In Österreich hingegen zeigt sich eine andere Situation: Die Gagen für Komparsen sind seit Jahrzehnten quasi eingefroren – 30 Euro (früher 400 Schilling) fix für einen Drehtag bis zu zehn Stunden. Sollte der Dreh länger dauern, gibt es 4 bzw. 5 Euro Zuschlag (je nach Agentur) für jede angefangene Stunde – das gilt aber erst, wenn die 11. Stunde voll ist. Das Thema Berufskomparsen erübrigt sich damit von selbst.
Berufskomparsen
Vor allem in den großen Medienstädten München, Köln, Hamburg und Berlin haben sich in den letzten Jahren immer mehr hauptberufliche Komparsen entwickelt. Also Personen, die versuchen, ihren Lebensunterhalt vornehmlich als Komparse zu bestreiten.
Ein Beispiel einer Person, die vor allem als Statist und Komparse gearbeitet hat, aber trotzdem zu einer gewissen Prominenz gelangte, war Bess Flowers. Sie arbeitete von den 1920er- bis in die 1960er-Jahre an über 1000 Film- und Fernsehproduktionen in Hollywood und fiel durch diese enorme Präsenz Cineasten und Filmhistorikern auf.
Vorlage:AnkerUnfreiwillige Komparsen
Eine besondere Gruppe unter den Komparsen besteht aus den sogenannten unfreiwilligen Komparsen, die im Fachjargon der Kameraleute auch als „Pilze“ tituliert werden – es sind Glückspilze, weil sie in einem Film eine Rolle spielen, ohne dafür gearbeitet zu haben. Dies sind jene Passanten, die zufällig anwesend sind, während ein Film ohne Ankündigung auf offener Straße gedreht wird. Meist wird bei Filmproduktionen jedoch penibel darauf geachtet, dass diese Situation nicht eintritt, da hier unter Umständen das Recht am eigenen Bild verletzt wird, was zusätzliche Kosten verursachen kann (z. B. durch Klagen und Gerichtsverfahren).
Siehe auch
Literatur
- Komm zum Film von Veronika Strubel (erschienen im Autorenhaus), ISBN 978-3-932909-62-7.
- Komparserie und Hauptdarsteller: Sammlung Würth und Leihgaben von Karsten Fuge, ISBN 978-3-89929-342-5.
- Komparsen-Guide – So komme ich ins Fernsehen von Matthias Röhe, ISBN 978-3-7386-5715-9.
- Komparsenwelt von Martin Kort, ISBN 978-3-8334-3133-3.
- Wer erschießt Jürgen Prochnow: Szenen aus der Komparserie von Hans Garbaden, ISBN 978-3-8334-0218-0.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Internetquelle: https://adag.tv/service/komparsen/unsere-leistungen/ Unsere Leistungen – adag.tv
- ↑ Internetquelle http://pauls-buero.de/ Pauls buero
Referenzfehler: Das in <references> definierte <ref>-Tag mit dem Namen „verdi“ wird im vorausgehenden Text nicht verwendet.